Am 21.06.2024, ab den frühen Morgenstunden, assistierte die Crew der Trotamar III einem Schlauchboot in Seenot und versorgte die Menschen mit Rettungswesten. Die zuständigen Koordinierungsstellen für Seenotrettung reagierten allerdings nicht auf den Notruf, den die Crew nach der Sichtung des Bootes abgesetzt hatte.
Als gegen 11 Uhr die sogenannte Libysche Küstenwache vor Ort auftauchte, sprangen einige Menschen aus Panik ins Wasser. Zum Glück konnten diese Menschen auf die Trotamar III gerettet werden. Der Crew blieb angesichts eines drohenden, illegalen Pullbacks durch die sogenannte Libysche Küstenwache keine andere Wahl, als auch die anderen Menschen aus dem Schlauchboot auf die Trotamar III zu bringen.
Die Menschen werden jetzt an Bord mit Wasser, Tee, warmen Essen und Rettungsdecken versorgt. Eine Person wird mit einem sogenannten fuel burn behandelt, der durch ein Treibstoff- Salzwassergemisch entstanden ist. Die Flüchtenden waren in einem Schlauchboot aus Zuwara in Libyen aufgebrochen. Unter ihnen befinden sich auch 5 Babys und Kleinkinder.
Die Crew der Trotamar III nimmt nun Kurs auf Lampedusa und wartet weiterhin auf eine Reaktion der Behörden und die benötigte Zuweisung eines Sicheren Hafens. Angesichts der Enge auf dem 13 Meter langen Segelboot kommt dafür nur Lampedusa infrage, das die Trotamar III voraussichtlich morgen im Laufe des Tages erreichen wird.
UPDATE: 21.06.2024 – 22:00 MEZ
Gestern Abend gegen 22 Uhr hat die Crew der Trotamar III alle geretteten Personen auf offener See an die italienische Küstenwache übergeben. Die 65 Personen, darunter 11 Frauen und 4 Minderjährige, wurden bereits nach Italien gebracht. Zuvor hatte die Crew 6 Menschen auf Anordnung der Behörden an die Nadir von @resqship übergeben. Zwei der Menschen befinden sich in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Aufgrund des schlechten Wetters konnten die 6 Menschen an Bord der Nadir nicht an die italienische Küstenwache übergeben werden.
Die Trotamar III und die Nadir segeln nun gemeinsam nach Lampedusa. Verlangsamt durch zunehmendem Wind und Welle werden sie dort wahrscheinlich im Laufe des Tages ankommen. Dann werden auch die letzten der geretteten Menschen europäischen Boden betreten können.
UPDATE: 24.06.2024 – Zurück im Heimathafen
Die Trotamar III ist soeben in ihren Heimathafen Licata an der Südküste von Sizilien zurückgekehrt und hat damit den vierten Einsatz in 2024 beendet. In den ereignisreichen letzten Tagen konnte die Crew 65 Menschen von einem überfüllten Schlauchboot retten und sie damit vor einem Pullback nach Libyen bewahren. Anschließend hat die Crew die Menschen an die italienische Küstenwache und an die Nadir von @resqsihp übergeben. Wir hoffen sehr, dass alle Geretteten diesen traumatischen Zwischenfall auf sicherem Boden in Italien einigermaßen bewältigen können.
Bei der Rettung wurde durch das chaotische Heraufklettern auf die Trotamar III die Reling beschädigt. Um mit der nächsten Crew sicher in den kommenden Einsatz gehen zu können, bitten wir dich: Spende für die Instandsetzung und Optimierung der Reling!
Spende hier: https://compass-collective.org/#spenden

Foto: CompassCollective

Foto: CompassCollective


Foto: CompassCollective

Foto: CompassCollective


Foto: CompassCollective

Foto: CompassCollective

Foto: CompassCollective

Foto: CompassCollective
