Segeln gegen die Festung Europa

Das Wendland schickt ein Schiff!

Zurück in Licata

Ein langer Einsatz geht zu Ende. Vier Wochen lang haben unsere ehrenamtlichen Crewmitglieder Eden, Momo, Juliette, Rob und David gemeinsam mit Skipper Matthias auf unserem Segelschiff Trotamar III trainiert, Wache gehalten und nach Seenotfällen Ausschau gehalten.
Auch wenn die Crew einmal mehrere Tage Schutz vor starken Winden auf Lampedusa suchen musste: Die meiste Zeit über waren das Wetter und die See im Mai relativ ruhig auf dem zentralen Mittelmeer, unserem Einsatzgebiet. Deshalb gab es in den letzten Wochen auch viele Seenotrufe für kleine Fluchtboote, die sich von Tunesien oder Libyen aus auf den Weg nach Europa gemacht haben.
Mehrmals waren wir auf der Suche nach überfüllten, seeuntauglichen Kleinbooten, für die Alarmphone oder die Behörden einen Seenotruf abgesetzt hatten. Am Samstag, 17. Mai, haben wir 46 Menschen auf einem Holzboot begleitet und sie mit Rettungswesten und Trinkwasser versorgt – bis die italienische Küstenwache eintraf und alle Menschen rettete.
Am Dienstag, 20. Mai, sind wir auf ein weiteres Fluchtboot gestoßen. Nachdem wir Rettungswesten an alle 64 Menschen ausgegeben haben, konnte das Boot allerdings seinen Motor wieder starten und ist in Richtung Lampedusa davongefahren.
Unsere Crew beendet diesen Einsatz in Licata mit einem organisatorischen und psychologischen Debriefing. Das CompassCollective bereitet sich in der Zwischenzeit schon fleißig auf die Kulturelle Landpartie vor, auf der wir ab Mittwoch an verschiedenen Orten im Wendland präsent sind. Wir freuen uns, euch dort zu treffen!