In der Nacht von Sonntag auf Montag haben wir einem Fluchtboot assistiert: 70 Menschen, darunter 10 Kinder, die auf einem seeuntauglichen Holzboot mit den etwa 2 Meter hohen Wellen zu kämpfen hatten.
Nachdem die Menschen in Seenot zuerst einen niederländischen Frachter am Horizont entdecken, ändern sie ihren Kurs, um diesen Boot zu folgen. Der Frachter steuert allerdings nicht in Richtung Europa, sondern in Richtung Tunesien!
Nachdem wir einen Seenotruf abgesetzt und die Behörden auf diese Situation hingewiesen haben, erhält der Frachter schließlich die offizielle Anweisung, anzuhalten, und stoppt seine Fahrt. Auch das Fluchtboot mit den 70 Menschen hält an. Erst jetzt ist es uns möglich, Rettungswesten und Trinkwasser an die Menschen auszuteilen und uns ein Bild von der Lage zu machen.
Zwei Stunden später dann die Erleichterung: Ein Boot der italienischen Küstenwache erscheint und nimmt alle Menschen auf.



