Gestern morgen gegen 8 Uhr sind wir auf ein kleines, seeuntaugliches Glasfaser-Boot gestoßen – tief im Süden unseres Einsatzgebietes, in der libyschen Such- und Rettungszone. Der Motor war ausgefallen, sodass die 22 Menschen an Bord in den Wellen trieben.
Schnell verteilten wir Rettungswesten an alle und machten uns ein Bild von der Lage: Wasser drang in das Boot, es war extrem instabil. Nach kurzer Zeit entschied sich die Crew deswegen dazu, alle Menschen an Bord der Trotamar III zu nehmen.
Nachdem wir die Behörden über die Situation informiert hatten, nahm die Trotamar III Kurs Richtung Lampedusa. Einige Zeit später jedoch empfingen wir einen Seenotruf für 60 Menschen auf einem weiteren Boot und änderten den Kurs erneut, um es zu suchen. Daraufhin erschien ein unbekanntes Boot, das sich als libysche Küstenwache ausgab und uns aufforderte, einen direkten Kurs nach Norden zu fahren. So waren wir gezwungen, die Suche nach den 60 Menschen aufzugeben. Ihr Schicksal bleibt ungewiss.
Mit den 22 geretteten Menschen sind wir nun unterwegs in Richtung Lampedusa.




