Kaum ist unsere Crew im Einsatzgebiet angekommen, geht alles sehr schnell: Vom Deck der Trotamar III aus entdecken wir durch das Fernglas ein Boot am Horizont. Schnell wird klar: Es ist ein kleines Fluchtboot aus Holz mit 19 Menschen an Bord.
Wir verteilen Rettungswesten an alle und begleiten das Boot, dessen Außenbord-Motor noch funktioniert. Besorgt sind wir aber über die hereinbrechende Nacht: Im Dunkel könnten wir das unbeleuchtete Boot schnell aus dem Blick verlieren. Das Boot ist überfüllt und instabil und könnte jederzeit kentern.
Vergeblich warten wir auf ein Rettungsboot der Behörden, die wir über den Seenotfall informiert haben. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit bleibt der Crew dann keine andere Wahl: Wir nehmen alle Menschen an Bord.
Heute mitten in der Nacht können dann alle aufgenommenen Menschen in Lampedusa europäischen Boden betreten.



